Gruppenbild vorm Schloss
© Cornell Paasche
Großes Hindernis
© Heiner Majewski
Sendemast Krähenberg
© Heiner Majewski
Malesherbes-Säule
© Heiner Majewski
Egeriagrotte
© Heiner Majewski
Eindringlinge
© Heiner Majewski
Ehemaliger Fortunatempel
© Heiner Majewski
Heckenthater
© Heiner Majewski
Grienericksee
© Heiner Majewski
Die RainbowHikers waren wandern:
Brandenburg (OPR) – RainbowHikers – Auf den Spuren von Prinz Heinrich – Zum 300. Geburtstag rund um Rheinsberg
Die Tour war am 25. Januar 2026
Wanderleiter: Heiner Majewski

Der Link zur Tour bei Komoot.

Wanderstrecke: etwa 11,4 Kilometer

Die GPX-Datei herunterladen.

Wanderleiter: Heiner Majewski
Teilnehmer inkl. WL: 10

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Die RainbowHikers haben wieder zu einer Wanderung eingeladen und vier Wanderinnen und fünf Wanderer folgen mir auf den Spuren von Prinz Heinrich rund um Rheinsberg.

Wer war Prinz Heinrich? Friedrich Wilhelm I., König in Preußen, auch bekannt als Soldatenkönig, zeugte mit seiner Frau Sophie Dorothea von Hannover vierzehn Kinder. Vier davon erreichten das zweite Lebensjahr nicht. Der zweite Kronprinz, Friedrich, das vierte Kind, wurde 1740 Friedrich II., König von Preußen, nachdem der Soldatenkönig gestorben war. Dann gab es noch Prinz August Wilhelm als elftes Kind, der Lieblingssohn des Soldatenkönigs.
Und als dreizehntes Kind wurde am 18. Januar 1726 Prinz Friedrich Heinrich Ludwig geboren. Er starb am 3. August 1802. Prinz Heinrich bekam 1744 Schloß Rheinsberg von seinem älteren Bruder, König Friedrich II., geschenkt. Friedrich lebte nur vier Jahre in Rheinsberg, Heinrich 58 Jahre. Prinz Heinrich machte Schloß Rheinsberg, den Schloßpark und die Stadt Rheinsberg erst zu dem, wie wir es heute kennen. Heinrich hat immer wieder versucht, sich in die Politik einzumischen, mal mehr und meist weniger erfolgreich. Er war bei den Verhandlungen zur ersten Teilung Polens dabei und bot sich als König für Restpolen an. Das wurde abgelehnt. Später bewarb er sich für den Posten des Königs der Wallachei. Aber er blieb der ewige Prinz. Einzig als Berater seines Neffen, des Königs Friedrich Wilhelm II., konnte Heinrich punkten.

Wir starten unsere Tour gegen 10.00 Uhr am Bahnhof Rheinsberg (Mark), wo wir Wanderr o u t e treffen, die in Rheinsberg wohnt. Wir laufen zunächst zur Brücke über den Rheinsberger Rhin und durch die Siedlung weiter zur Holländermühle. Hier ist gestern neben der Mühle ein Schuppen abgebrannt; man kann das noch gut sehen.
Weiter geht es dann auf einer Fahrstraße in den Wald und wir erreichen den Rheinsberger Leuchtturm, um 1795 als 19 Meter hoher Wartturm auf Geheiß von Prinz Heinrich errichtet. Vorher stand dort ein hölzerner Obelisk, der später durch einen stabileren Obelisken ersetzt wurde. Der Verbleib des letzteren ist ungeklärt.
Und wir wandern durch den Wald auf teilweise vereisten Wegen und klettern auf die Krähenberge, 118 Meter hoch. Hier steht ein alter Sendemast, der 1942 als Forschungsobjekt errichtet wurde. Zu DDR-Zeiten wurde darüber der Deutschlandsender auf Mittelwelle übertragen. Heute ist das Richtfunk- und Telefonmast.
Es geht wieder hinunter und ein Stück auf dem Radweg die Parkstraße entlang und wir erreichen die Rheinsberger Parkanlagen auf dem Poetensteig. Hier sind noch einige von Prinz Heinrich in Auftrag gegebene Bauwerke zu sehen. Als erstes die Malesherbes-Säule für den Franzosen, der für seine Kritik am Tod des Königs ebenfalls guillotiniert wurde. Nebenan steht die Katakombe, das Denkmal für teure Verstorbene. Daneben stand einst der achteckige Freundschaftstempel, in dem Heinrich zu speisen pflegte, wenn das Wetter eine Fahrt über den Grienericksee zuließ.
Anschließend erreichen wir den Obelisken aus den 1790er-Jahren, errichtet zur Erinnerung an Heinrichs älteren Bruder August Wilhelm und 28 weitere Teilnehmer am Siebenjährigen Krieg, die nach Heinrichs Ansicht von seinem Bruder König Friedrich II. nicht gebührend gewürdigt worden waren. Heinrich selbst war in dem Krieg als General tätig. Von hier hat man auch den schönsten Blick über den Grienericksee auf Schloß Rheinsberg.
Am Ufer entlang kommen wir zur Egeriagrotte, 1790 errichtet. 2008 wurde endlich eine Kopie der Quellnymphe Egeria wieder aufgestellt. Über teilweise vereiste Treppen geht es dann auf den Weinbergshügel. Hier finden wir noch das Fundament des Fortunatempels. Die Feldsteingrotte am Grienericksee lassen wir aufgrund vereister Wege außen vor und bewegen uns auf dem großteils vereisten Hauptweg Großer Damm weiter durch den Schloßpark. Mittendrin steht der Salon, der einst von Kronprinz Friedrich als Orangerie geplant war. Heinrich ließ das Gebäude nach und nach zu dem umbauen, was wir heute dort sehen.
Auf dem Großen Damm gelangen wir zum Heckentheater. Hier bieten Sisa und Andreas eine Kurzvorführung des Phantasiestücks „Die Guillotinierung Karls des Kleinen“, das leider nicht wirklich gebührend gefeiert wurde. Und da wir gerade beim Tod sind, nebenan steht die Grabpyramide, die sich Prinz Heinrich um 1800 hier hat errichten lassen. Darin wurde der Prinz 1802 beigesetzt. Eine von Heinrich in Französisch beschriftete Tafel soll an ihn erinnern.
Wo sich heute das Schloß Rheinsberg befindet, stand im Mittelalter eine Wasserburg. Das Gelände wechselte einige Male den Besitzer, bis es 1734 von König Friedrich Wilhelm I. (Soldatenkönig) erworben wurde, der es später seinem Sohn, Kronprinz Friedrich schenkte. Der zog 1736 mit seiner Ehefrau Elisabeth Christine dort ein und nahm etliche Umbauten und Erweiterungen vor. 1740 starb der Soldatenkönig und Friedrich wurde König Friedrich II. von Preußen und verließ Rheinsberg. 1744 vermachte er das Schloss seinem jüngeren Bruder Prinz Heinrich, der es so umbaute, wie wir es heute sehen. Auch den Park und die Innenstadt, die einige Jahre zuvor abgebrannt war, ließ er nach seinen Vorstellungen anlegen. Vor dem Schloss entsteht noch unser obligatorisches Gruppenfoto.
Wegen der Kälte verkürzen wir die Tour etwas und machen uns gleich auf in die Altstadt, vorbei an der Laurentiuskirche aus dem 13. Jahrhundert. Im Restaurant „Zum jungen Fritzen“ kehren wir ein und wärmen uns auf. Anschließend laufen wir noch durch die Rhinpassage. Hier wird auf originelle Weise an die Keramik- und Steinguttradition der Stadt Rheinsberg erinnert, die ja auf das Jahr 1762 zurückgeht.
Gegen 14.45 Uhr erreichen wir dann wieder den Bahnhof Rheinsberg (Mark). Gegen 14.59 Uhr fährt uns die RB54 wieder zurück nach Löwenberg (Mark).

Das war wieder eine historisch sehr interessante Tour. Die Temperaturen waren heute um Null Grad und damit sehr kühl. Auch die Sonne ließ sich nur ganz selten sehen. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch; einige der Teilnehmer waren wie immer zu kleinen Späßen aufgelegt.

Hier noch ein wunderschön entspannender Film über den Schlossgarten von einem Mitstreiter aus dem Stadtgeschichtsverein (Danke an Wanderr o u t e):
https://youtu.be/RiOOtZTSNQE

Prinz Heinrich hat eine eigene Seite: https://300jahreheinrich.de/

Hier noch die Aufzeichnungen von Mitwanderern:
Sisa: https://www.komoot.com/de-de/tour/2762706462
Achim: https://www.komoot.com/de-de/tour/2762707780
Ute: https://www.komoot.com/de-de/tour/2762595401
Andreas: https://www.komoot.com/de-de/tour/2763056865
Michael: https://www.komoot.com/de-de/tour/2762761570